Was für ein Schützenfest!

Ja, wir waren schon auf vielen Events, auch in der Schweiz. Schießen in der Schweiz hat was, ist für uns immer außerordentlich schon weil die eingesetzten Sportgeräte und die Disziplinen auf bayerischen und Tiroler Schießständen zu den gefährdeten Arten gehören.

Das Rütli aber ist weit mehr, das erschließt sich auch uns Nichtschweizern. Der fast tausendjährige Gründermythos der Eidgenossen, immer noch in kollektiver Erinnerung wird zelebriert – und wir durften dabei sein!

Wir – das ist eine Gruppe aus einer Schützin und vier Schützen der Königlich privilegierten Hauptschützengesellschaft München 1406, verstärkt durch drei befreundete Schützenkameraden aus dem kleinen Ort Münster in Tirol. Wir waren also eine komplette Rütlimannschaft

Die Vorbereitung

Von der Schweizer Gastfreundschaft immer aufs Neue begeistert, so wie wir empfangen und betreut wurden sind wir am Vortag auf einem sehr schönen, gemischt zivil und militärisch genutzten Schießstand auf die uns zur Verfügung gestellten Gewehre eingewiesen worden.

Nicht von irgend jemanden, nein vom Präsident der Luzerner Schützengesellschaft und Mitglied des Vorstand im nationalen Verband Renato Steffen und seiner Frau.
Unsere Schweizer Schützenfreunde sprachen vom Geist der Rütliwiese. Wir haben ihn gespürt! Wir wurden mit einer so großen Herzlichkeit aufgenommen, es war unglaublich. Mit welch einem Stolz, Eifer und Engagement Organisatoren, Freiwillige und Schützen bei dieser Veranstaltung dabei sind ist beeindruckend.
So eine Veranstaltung ist in Österreich schwer und in Deutschland leider unvorstellbar. Mittlerweile kann man es leider wohl nur noch als hysterisch bezeichnen, wie in unserer Heimat das Thema Waffen behandelt wird. Am Vorabend wurden wir noch von der Gemeindepräsidentin Irène May zu einem Empfang am Ort eingeladen, wo Helmut Fischer, der Erste Schützenmeister der Königlich privilegierten Hauptschützengesellschaft unseren Freund Renato Steffen mit dem Protektoratsabzeichen seiner königlichen Hoheit des Herzogs Franz von Bayern auszeichnen durfte. Herzog Franz von Bayern ist Protektor des Bayerischen Sportschützenbundes.

Der Tag der Wahrheit

Es begann mit der wunderschönen Überfahrt auf dem Vierwaldstätter See. Anschließend der Marsch zum Festplatz, wo wir schon wieder auf´s herzlichste empfangen und uns zwei Schweizer Freunde als „Babysitter“ zur Seite gestellt wurden. Hier haben wir dann auch unsere Gewehre und Munition in Empfang genommen. Wir waren absolut begeistert von der Art, wie unverkrampft und selbstverständlich man mit den Waffen umgeht. Es hat wohl auch damit zu tun, dass die Armee in der Schweiz viel besser in die Gesellschaft und das tägliche Leben integriert ist.

Eigentlich sollte es auch bei uns eine Selbstverständlichkeit sein.

Das Schießen war schon eine Herausforderung. Es ist wirklich etwas besonderes vor allem für die Pistolenschützen mit Sturmgewehren auf 300 m zu schießen, und das auch noch kniend und bergauf.
Ja – und dann war es soweit – wir kamen dran. Es war absolut aufregend und vor lauter Bluthochdruck haben die meisten von uns auch nicht gut geschossen. Der Rest des Tages auf der Rütliwiese war auch einfach besonders, zumal uns das Wetter auch noch entgegen aller Vorhersage mit zeitweise Sonnenschein verwöhnt hat. Ob das die wunderbare Brotzeit war, hier wohl Z`nüni oder Z`vieri genannt oder der vorzügliche Wein, wir haben uns nur noch gefreut.
Ein ganz besonderes Highlight war der Besuch im Berner Zelt, wo wir am liebsten gar nicht mehr hinausgehen wollten, war uns doch die besondere Stellung der Berner mit ihrem Zelt und die seltene Ehre des Besuchs bewusst. So könnte man unendlich weitererzählen, über die kurzweiligen Gespräche und das Lachen mit den Schweizer Schützenkameraden ....

Wer wir sind:
Wir von der Königlich privilegierte Hauptschützengesellschaft München (HSG) können auf eine sehr lange Geschichte zurückblicken. Urkundlich erwähnt wurde unsere Gesellschaft erstmals im Jahre 1406, hervorgegangen aus der Münchner Armbrust- und Stachelschützenbruderschaft (also den Armbrustschützen).

Wir wollen uns nochmal ganz besonders bei all den Schützenbrüdern auf der Rütliwiese bedanken, die uns diesen herzlichen Empfang bereitet haben, und an Renato Steffen einen großen Dank für die Einladung zu dieser grandiosen Veranstaltung!

Im Namen der bayerischen und Tiroler Rütlischützen
Georg Pfaff

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